Die Bayernpartei verfügt über ein unverkennbares Logo: den bayerischen Löwen mit dem Wappen im Vordergrund und den Fahnen im Hintergrund. Ein starkes, in Bayern äußerst beliebtes Symbol, welches inzwischen in so manchen Studentenbuden hängt, weil man sich damit gerne identifiziert. Doch was hat ein Löwe mit Bayern zu tun?

BavariaDies ist eine gute Frage und man muss weit in die Geschichte zurückgehen, um Antworten zu finden. Der Löwe symbolisiert seit jeher Mut und Königlichkeit, da er als König der Tiere gilt. Nach Bayern kam der Löwe als Wappentier in die Familie der Wittelsbacher.

Die Wittelsbacher übernahmen in der Folge den Löwen als Wappentier für alle altbayerischen und pfälzischen Linien. Die Rauten kamen formal 1242 hinzu, als die Grafen von Bogen ausstarben und von den Wittelsbachern beerbt wurden. Ein Kombinationswappen aus Rauten und Löwen ist erstmals 1330 nachgewiesen.

Das neu eingeführte Königreich Bayern übernahm 1806 den Löwen in das erste Wappen, gab ihn aber im selben Jahr bei der Einführung eines zweiten Wappens wieder auf. Löwen wurden dann nur noch bei der Darstellung des großen Wappens als Schildhalter eingesetzt. Erst Ludwig I. legte wieder Wert auf den regionalen Bezug seiner Herrschaft, weshalb er 1835 ein neues vereinigtes Wappen einführte, das den pfälzischen Löwen wieder aufnahm. Dieses blieb bis zum Ende der Monarchie 1918 in Gebrauch. Der Freistaat Bayern führt seit 1923 ebenfalls den Pfälzer Löwen, in der Fassung seit 1950 steht er nicht mehr für die Rheinpfalz sondern für den Regierungsbezirk Oberpfalz.

Bekannt ist auch, dass die Wittelsbacher lebende Löwen in verschiedenen Schlössern und Festungen hielten. Seit 1491 ist ein Löwenmeister als Angestellter im Münchner Alten Hof bekannt, 1493 berichtete Hartmann Schedel in der nach ihm benannten Schedel’schen Weltchronik von der Geburt junger Löwen dort. Die Tiere sind mindestens 250 Jahre lang in München nachweisbar und wurden auch als wertvolle Geschenke der Herzogs verwendet. 1551 wurden zwei Tiere an den Hof des Kurfürsten in Heidelberg verschenkt, 1554 einer an den Pfalzgrafen in Neuburg. 1580 wurde am Alten Hof in der Burgstraße ein eigenes Löwenhaus errichtet und 1614 berichtete ein Augsburger Patrizier über einen Löwen, der im Alten Hof gehalten wurde. Der letzte nachweisliche Löwenmeister starb 1734. In der Landshuter Burg Trausnitz ist ein ehemaliger Löwengraben erhalten.

loeweNun zurück zu unserem „Bayernpartei-Löwen“. Wie für heraldische Darstellungen typisch wird auch der Löwe stark stilisiert dargestellt. Typische Körpermerkmale wie der Kopf und die Pranken werden dabei sehr deutlich herausgearbeitet, dagegen wird der Körper in der heraldischen Darstellung stark verschlankt. Insbesondere die typische Mähne des Löwen wird auf wenige Fransen reduziert.

Das Schild, welches er mit seiner rechten Pranke festhält, ist das Wappen des Freistaates Bayern. Links oben der goldene Löwe im schwarzen Feld. Er war ursprünglich das Symbol der Pfalzgrafen bei Rhein. Nach der Belehnung des bayerischen Herzogs Ludwig im Jahre 1214 mit der Pfalzgrafschaft diente es jahrhundertelang als gemeinsames Kennzeichen der altbayerischen und pfälzischen Wittelsbacher. Ab 1923 stand der aufgerichtete, goldene und rotbewehrte Pfälzer Löwe im heraldisch linken oberen Feld für den Regierungsbezirk Oberpfalz.

Das zweite Feld zeigt in Rot drei weiße (silberne) Spitzen. Diese „Fränkischer Rechen“ genannte Figur erschien um 1350 als Wappen einiger Orte des Hochstifts Würzburg und seit 1410 auch in den Siegeln der Fürstbischöfe. Heute steht der Fränkische Rechen für die fränkischen Regierungsbezirke Oberfranken, Mittelfranken und Unterfranken.

Links unten im dritten Feld zeigt sich ein aufgerichteter, blauer, goldbewehrter Panther auf silbernem (weißem) Grund. Ursprünglich wurde er im Wappen der in Niederbayern ansässigen Pfalzgrafen von Ortenburg geführt. Später übernahmen ihn die Wittelsbacher. Heute vertritt der blaue Panther die altbayerischen Regierungsbezirke Niederbayern und Oberbayern. Der heraldische Panther ist ein feuerspeiendes, meist schlankes, auch geflügeltes Fabelwesen in der Wappenkunst. Er hat mit dem natürlichen Panther (schwarzer Leopard oder Jaguar) allerdings keine Gemeinsamkeiten.

Im vierten Feld sind auf Gold drei übereinander angeordnete, herschauende, schwarze, rotbewehrte Löwen (eigentlich Leoparden) dargestellt. Sie sind dem alten Wappen der Staufer, der einstigen Herzöge von Schwaben, entnommen. Im Staatswappen repräsentieren diese drei Löwen den Regierungsbezirk Schwaben.

In der Mitte des Schildes befindet sich das „kleine Staatswappen“. Die weiß-blauen Rauten, auch Wecken genannt, stammen ursprünglich aus dem Wappen der Grafen von Bogen, sie wurden im Jahr 1242 von den Wittelsbachern übernommen, der Herrscherfamilie Bayerns vom 12. bis zum 20. Jahrhundert. Die Schilder wurden damals im Kampf nicht nur zum Schutz der Ritter verwendet, sondern auch dazu, dass man im Kampfgetümmel Freund und Feind unterscheiden konnte. Daher nutzte man die freien Flächen auf den Schildern für Symbole. Das Rautenmuster ist vermutlich dadurch entstanden, dass man zur Verstärkung der Schilde Eisengitter verwendete, die sich im Laufe der Zeit in das Rautenmuster verwandelt haben.

Wir, von der Bayernpartei, sind stolz auf unser Wappentier, denn es zeigt, unsere tiefe Verbundenheit mit unserer schönen Heimat und der langen rühmlichen Tradition Bayerns.

Ein Bericht von Fritz Zirngibl
(Quellen: Wikipedia, Historisches Lexikon Bayerns,Christian Sepp)

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